Tiger ohne Ente

Irgendwann sind genug Kerzen angezündet, der Braten hat geschmeckt und das Buch wird für eine Weile zur Seite gelegt.  Die Welt ist still, wir wollen hinaus an die frische Luft und fahren an den Rhein, wo das Wetter wild und der Blick weit ist. Eben scheint noch die Sonne, dann ziehen dicke schwarze Wolken auf. Bei stürmischem Wind und Nieselregen laufen wir am fast menschenleeren Rheinufer entlang, möchten gerne zur anderen Rheinseite übersetzen, aber der Fährbetrieb in Ingelheim ist wegen Niedrig-Wasser bis auf Weiteres eingestellt, auch auf dem Rhein sind keine Lastschiffe unterwegs. So stapfen wir durch die Ingelheimer Rhein-Aue, beobachten die Enten und das Wasser, schweigen und reden über Gott und die Welt. Dann sind wir müde gelaufen und freuen uns auf eine Tasse Tee und ein Kerzchen zuhause. Statt auf direktem Weg nach Hause zu fahren,  fahren wir einen Bogen, gondeln über die Dörfer  und entdecken im Vorbeifahren allerlei Schönes und Verborgenes.  Schließlich stoßen wir auf ein Schild, das unsere Neugier weckt. „Tiger-Garten – was ist das denn?“ „Ein Garten, in dem Tiger sind“, antwortet mein Mit-Adler. „Hier? In den Weinbergen hinter Ingelheim? Was für ein Quatsch!“, sage ich, und da wir das jetzt gerne genauer wissen wollen, folgen wir dem Schild. Unser Auto schraubt sich auf einer schmalen, serpentinenartigen Straße immer weiter nach oben. Auch, wenn wir heute nicht wandern wollen, befinden wir uns offensichtlich auf dem Weg zu einem der Höhenwanderwege am Rhein, den so genannten Hiwwel-Touren. Ab und zu kommt uns ein Auto entgegen, wir fahren langsam, genießen die prächtige Aussicht ins Tal. (Read more…)

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